Als Weltmarktführer für die digitale Transformation von Energiemanagement und Automatisierung stellt Schneider Electric mit Hauptsitz in Rueil-Malmaison bei Paris sein gesamtes Handeln in den Dienst einer klimafreundlichen Welt. Zu diesem Zweck entwickelt das Unternehmen intelligente Lösungen für die optimale Nutzung von Energie und Ressourcen und ebnet damit den Weg für nachhaltigen Fortschritt. Im indischen Bangalore plant das Unternehmen, seine Produktionskapazität durch den Bau einer intelligenten Fabrik auf eine Million Quadratfuß (ca. 93.000 m2) zu verdoppeln. Nr.1-Systemlieferant Ersa unterstützt das Indiengeschäft von Schneider Electric seit 2019 allein mit fünf Wellenlötanlagen, weitere Ersa Lötmaschinen sind bereits in Planung.


Das Potenzial der indischen Elektronikfertigung ist gewaltig – das zeigt allein die in der Megacity Bangalore ansässige quicklebendige Electronic City, die auf 800 Hektar (3,2 km2) zahlreiche Elektronik- und IT-Industrieparks beherbergt, die für den indischen Markt produzieren. Wobei die Fertigung zunehmend auch für andere Länder und Kontinente erfolgt. Schneider Electric ist ebenfalls hier mit seiner Elektronikfertigung ansässig – im indischen Markt peilt der Global Player für dieses Jahr einen Umsatz von 300 Millionen Euro an, im nächsten Jahr soll diese Marke bereits auf 600 Millionen Euro verdoppelt werden. „Wichtig ist ,make in India‘ – also richten wir den Fokus stark darauf, für den indischen Subkontinent zu produzieren. Aber der Blick geht auch deutlich über die indischen Grenzen hinaus – etwa nach Nordamerika, wo der Markt sehr dynamisch ist und lokale Fertigungen vorgesehen sind“, sagt Siraj Puthanpurayil, Senior General Manager Manufacturing Technology-Process bei Schneider Electric.
Schneider Electric hat sich „Accelerating Sustainability“ auf die Fahnen geschrieben – mit energieeffizienten, ressourcensparenden Lösungen unter anderem für die Stromversorgung will das Unternehmen allen Menschen ermöglichen, daran unter dem Claim „Life is On“ teilzuhaben. Bei allen Wachstumsplänen wird auf Energieeffizienz und einen kleinen CO2-Fußabdruck geachtet, bis 2025 will Schneider Electric klimaneutral wirtschaften. Das gilt für das eigene Tun, die eigene Produktion ebenso wie für die Produkte, die weltweit für Bereiche wie Nachhaltigkeit, Software, Gesundheitswesen und Datenzentren angeboten werden. Ein konkretes Beispiel: In 2018 lancierte Schneider Electric ein neues Produkt: die „Galaxy VS“, eine hocheffiziente, skalierbare UPS („Uninterruptible Power Supply“, auf Deutsch „unterbrechungsfreie Stromversorgung“) mit einem Bereich von 20 bis 150 kW 3-phasiger UPS für kleinere und mittlere Rechenzentren sowie andere unternehmenskritische Anwendungen. „Unser UPS ist ein leistungsstarkes Produkt, für das es einen großen Markt gibt. Die Fertigungslinie für dieses Produkt aufzubauen war für unsere Prozessingenieure jedoch alles andere als einfach“, sagt Siraj Puthanpurayil. Mit den bestehenden Wellenlötmaschinen gab es massive Probleme bei der Herstellung – für eine Baugruppe wurde oft mehr als 20 Minuten, manchmal mehr als eine halbe Stunde benötigt, und die Qualität war nicht zufriedenstellend. Es gab Gespräche mit dem Designteam, aber es war nicht möglich, das PCB-Design noch einmal aufzuschnüren. An den komplexen Marktanforderungen war nicht zu rütteln.
Wellenlötprozess mit 16-kg-Leiterplatte
Man nahm Kontakt mit dem europäischen Prozessteam von Schneider Electric auf und tauschte sich intensiv aus. Neben zwei Mitbewerbern kam auch die Ersa GmbH in den Benchmarking-Prozess, die auf der Productronica 2018 mit der POWERFLOW ihre neue Wellenlötanlage mit individuellem Heizkonzept, flexibler Lötbad-Technologie, einem neuartigen Düsen-Design und durchgängiger Traceability vorgestellt hatte. Für die anstehende Wellenlötanlage schied eine Standardmaschine schon im Vorfeld aus – denn die Leiterplatte, die darauf produziert werden sollte, brachte satte 16 kg auf die Waage. Ein echtes Schwergewicht unter den Leiterplatten, groß im Format und mit 140 bis 150 mm zudem noch extrem hochbauend. Nicht einfach, diese Komponente zuverlässig und reproduzierbar auf höchstem Lötniveau zu fertigen. Der zuständige Ersa Area Sales Manager, Christian Ott, unterstützte Schneider Electric im Entscheidungsprozess und half dabei, den Fertigungsprozess entsprechend anzupassen. „Die Entscheidung für unsere erste Ersa POWERFLOW war ein echter Game Changer in Richtung Qualitätszuwachs und Durchsatz für uns! Anfangs lagen wir bei 10 UPS täglich, mit der Ersa Maschine bringen wir es jetzt auf 300 Stück pro Tag. Hier ist unser Vertrauen in die Ersa Maschinen begründet, dass wir selbst größte Herausforderungen mit Unterstützung des Ersa Teams gemeinsam schaffen“, sagt Siraj Puthanpurayil. Sollte dennoch ein Problem bei den Leiterplatten auftauchen, sind alle Parameter durchgängig „traceable“ und damit eindeutig zurückverfolgbar.
„Close Support“ vor Ort in Indien
„Die Business-Partnerschaft mit Schneider Electric war mit einer der entscheidenden Gründe, unsere ,Kurtz Ersa India‘-Niederlassung im August 2021 hier in Bangalore zu eröffnen. Es war klar, dass wir hier in Indien nur mit einer Vor-Ort-Präsenz ,close support‘ einschließlich Ersatzteilversorgung leisten können – dazu haben wir inzwischen ein gut eingespieltes Team vor Ort, das weiter ausgebaut wird und das wir über unseren globalen Remote-Service Kurtz Ersa CONNECT ergänzen“, sagt Ersa Gesamtvertriebsleiter Rainer Krauss. Auf die erste Maschine folgten inzwischen vier weitere Ersa Wellenlötmaschinen von Ersa. Nachdem die Business-Partnerschaft einmal gestartet ist, wächst sie unaufhaltsam – auch andere Schneider-Niederlassungen in anderen Ländern ordern inzwischen Ersa Lötmaschinen. Und natürlich wird die in wenigen Monaten eröffnende Megaproduktion von Schneider Electric weitere Lötmaschinen benötigen, um die angestrebte Verdopplung des Umsatzes in Indien zu realisieren – neben Wellenlöten denken die Prozesstechnologen von Schneider Electric inzwischen über ein Investment in Selektivlöten nach …